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Dienstag, 5. Juli 2016

Estancia San Ramón Argentinien OMGUS, Bremen und die deutsche Sprache

Ausweislich einer argentinischen Landvermessungsakte  kaufte eine Tochtergesellschaft der Dresdner Bank in Bremen, Banco Germánico de la America del Sud Sociedad Anonima, für die Fürstliche Hofkammer in Bückeburg die Estancia San Ramón in Rio Negro Argentinien mit einer Grösse von 29.000 hektar, am 30 Oktober 1909. Verkäuferin war die Gesellschaft Compañia Comercial y Ganadera Chile y Argentina.  Der Kauf wurde vor dem Urkundsbeamten Manuel Pasel am 21 März 1910 ratifiziert. (Quelle Verfahren Nummer 45.283-1951; Gerichtsverfahren Nummer 1716-Fº 172 Año 1948, Landvermessungsakte).

In den Jahren 1909 und 1910 hatte die Fürstliche Hofkammer Behördeneigenschaft.

1911 Hofkammer ist Behörde

Hofkammer ist nicht mehr Behörde
Die Intervention der argentinischen Bank, die eventuell treuhänderisch handelte, erklärt sich vielleicht damit, dass das Fürstentum Schaumburg-Lippe ein ausländischer Staat war und eine Investition in Argentinien Beschränkungen unterlag, weil die Souveränität Argentiniens bei derartigem Landerwerb verletzt werden würde.

1909 war das Fürstentum Schaumburg Lippe ein Staat.

Friedrich Adolf Achelis und Richard Hube waren Gesellschafter der verkaufenden Gesellschaft.
Friedrich Adolf Achelis  arbeitete von 1894 bis 1898 bei der  Dresdner Bank  in Bremen und  Berlin, 1899 gründete er in Puerto Montt, Chile, Hube & Achelis, mit Filialen in Argentinien, und verkaufte das Geschäft  1905 an Compañia Comercial y Ganadera Chile Argentina S.A.

1914 kehrte Achelis nach Bremen zurück.

Wahrscheinlich ist, dass der Kauf von einer natürlichen Person vorgenommen wurde, nämlich von Georg Fürst zu Schaumburg-Lippe, der in seinem Testament verfügt, dass seine nicht zum fideikommissarischen Hausgute gehörigen Besitzungen in Südamerika seinem Sohn Adolf zukommen sollten. Darunter fiele Estancia San Ramón in Argentinien.

Estancia San Ramón kann auch nicht Fideikommis nach 1911 geworden sein, denn ein Fürstentum hat keine Gesetzgebungsmacht bis in einen anderen Kontinent hinein.





Hier die Eintragungen im argentinischen Grundbuch (Beginn dieser Eintragungen 1925, Voreintragungen sind noch nicht ermittelt worden):




Am 30 Dezember 1925 verkaufte die "Fürstliche Hofkammer" die ihre Rechtspersönlichkeit per Gesetz spätestens 1923  verloren hatte, das Anwesen an eine Treuhandgesellschaft die in dem spanischen Text  als Sociedad Anónima Treuhand de Administración y Mandatos bezeichnet wird (Rückübersetzung ins Deutsche wäre Treuhand für Verwaltung und Mandate AG).



Fürstliche Hofkammer verkauft an Treuhand am 30 Dezember  1925
Die Estancia San Ramón wurde an eine Treuhand AG am 30 Dezember 1925 verkauft.

Das kann mehrere Gründe haben.

Üblicherweise werden derartige Konstrukte verwendet, um die Eigentumsverhältnisse nicht offenzulegen.

Ein Verkauf am 30. Dezember 1925 kann auch wegen der drohenden Fürstenenteignung stattgefunden haben.

Es kann auch geschehen sein, weil es einen Finanzbedarf gab. 1928 verhandelte Adolf mit seinen Brüdern wegen Abfindungen aus dem Testament Georgs. Er könnte Finanzbedarf gehabt haben, um die Brüder auszuzahlen.






Am 24 Februar 1928 wurde estancia San Ramón von der  Treuhand an die Aktiengesellschaft Sociedad Anónima de Industrias Rurales en el Río Negro (vertreten durch Christel Lahusen) verkauft, Urkunde vom 14 Februar 1928, Urkundsbeamter Alberto Hoeffner. Christel Lahusen starb am 25 März 1939, es heisst durch Herzinfarkt bei einer Besprechung in Banco Germanico del Sud in Buenos Aires. Gemäss Bericht der Deutsch-Argentinischen Handelskammer gehörte er dem Vorstand der Kammer an,  es heisst: Lahusen Christel Vocal Lahusen y Cía. Sedalana (Seide Wolle).

Wenn Industrias Rurales en el Rio Negro S.A. der Familie Lahusen gehörte, dann war Familie Lahusen seit 1928  mittelbar Eigentümerin der Estancia San Ramón. Familie Lahusen in Bremen besass Wollspinnereien. Estancia San Ramón galt als Schafzuchtunternehmen.

Nach 1945 ermittelte OMGUS  nach sogenannten external assets von Deutschen.

Anlässlich der Untersuchung zu den external Assets (external Assets Investigations OMGUS) wurden die Familienmitglieder Lahusen explizit gefragt, ob sie etwas über die Sociedad Anónima de Industrias Rurales en el Rio Negro in Argentinien wüssten.

Alle erklärten nichts über diese Gesellschaft zu wissen, dabei ist belegt, dass diese Gesellschaft, die von Christel Lahusen vertreten wurde, die estancia 1928 gekauft hatte. Familie Lahusen hatte im Jahr 1948 assets in Argentinien (estancia San Ramón), mindestens bis 1968, da der Grundbuchauszug (siehe oben) von 1968 datiert. Sie waren Deutsche.

Die OMGUS-Verhöre fanden 1946 in Bremen statt. 

Wurden die Besitzverhältnisse über die estancia San Ramón verschleiert oder unterschlagen  ?

Vieles spricht dafür.

In allen Erklärungen der Familienmitglieder sagen diese,  nichts oder sehr wenig über die Gesellschaft oder die Inhaberschaft der Aktien zu wissen.

Beispiel:

Erklärung, 

Ich der unterzeichnete Dr. iuris Dietrich Duncan Lahusen, Rechtsanwalt und Notar in Bremen erkläre .... ich bin absolut überzeugt, dass diese Tochtergesellschaft nicht etwa dazu dient deutsche Vermögenswerte zu verschleiern   

Fakt ist aber dass 1946 die Gesellschaft Eigentümerin der Estancia ist (siehe Grundbuchauszüge oben).

Niemand von den Befragten gibt an, dass  Industrias Rurales en el Río Negro  Eigentümerin der Estancia San Ramón mit 29.000 Hektar war.





"über diese Firma ist mir nichts bekannt"




Allzuverständlich, dass man nichts zu wissen vorgibt.

Die Erklärung hier:




Es fehlen noch immer Untersuchungen zur Zeit ab 1909. 

Wie erwarb Georg Fürst zu Schaumburg-lippe die estancia ? 




Samstag, 25. Juni 2016

EBDAR, Dr. Oswald Meyer-Housselle, Bo Yin Ra (Schneiderfranken)

Aus dem Bericht der SS über die EBDAR:

Die Berliner Loge wurde beim Amtsgericht Potsdam unter dem Namen “Verein Ebdar zu Berlin-Potsdam” angemeldet.

Der Leiter der Ebdar in Deutschland war der Halbjude Dr. Meyer-Housselle.
Dagmar zu Schaumburg-Lippe


Dr. Oswald Meyer-Housselle, Kinderarzt





Trotz der Selbstauflösung 1933 arbeitete die Ebdar bis 1935 in Berlin weiter. Sie wurde endgültig erst im Frühjahr 1935 durch das Gestapa aufgelöst. Das Logenmaterial wurde, soweit es aufgefunden werden konnte, beschlagnahmt.

Die geistige Haltung der Ebdar glich der der Freimaurerlogen. Die Ebdar forderte von ihren Mitgliedern die Anerkennung der allgemeinen Menschheitsideale und lehnte die unterschiedliche Behandlung der Rassen ab....

“Aufnahmefähig ist jeder, der Rassenhass und Geringschätzung anderer Völker als Armutszeugnis eigener Rasse und eigenen Volkstums erkennt.”

Dass das nicht nur die Achtung fremden Volkstums bedeuten sollte, beweist die Mitgliedschaft von Juden und Halbjuden, die sich teilweise an führender Stelle befanden.
...

S. 310 Auslandsverbindungen der Ebdar

Noch heute muss der geistige Einfluss der Ebdar in Holland sehr stark sein. Der Adjutant des Prinzen Heinrich der Niederlande*, Oberst Schmidt, war und ist wohl auch heute noch Mitglied einer Auslandsloge der Ebdar. Prinz Heinrich selbst wird als Schüler Sch. Fr. (Schneiderfranken, BO YIN RA, der Verf.) bezeichnet. Wahrscheinlich war er auch unter irgendeinem Decknamen Mitglied einer der Ebdar Logen.



Joseph-Schneiderfranken Bo Yin Ra


Heinrich der Niederlande schrieb an Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe anlässlich der Taufe von dessen Tochter Dagmar  am 26 Februar 1934:


Brief von Heinrich der Niederlande an Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe

In weiterem Schriftverkehr hiess es:

Lieber Harry !


“Herzlichen Dank für Deine Einladung zur Taufe Eures lieben Toechterchens an der ich sehr gern teilgenommen hätte...

Dieselbe Nachricht, von der erfolgten Rueckkehr nach Lugano habe ich auch erhalten, naeheres von dort direckt aber noch nicht gehoert.

Mit herzlichen Grüssen Dein Heinrich, Niederl.”

(In Villa Gladiola in Massagno / Lugano lebte Bo Yin Ra, Josef Schneiderfranken von 1925 bis 1943).

Lage Villa Gladiola:

https://www.google.es/maps/place/Via+Praccio+24,+CH-6900+Massagno


webseite der Stiftung Bo Yin Ra Schweiz

http://www.bo-yin-ra.ch/stiftung.html



S. 311:Verhältnis zu Partei und Staat

Die Ebdar ist infolge ihrer freimaurerisch mystischen Haltung von der Partei als gefährlicher Gegner anzusehen. Durch ihre ausländischen Verbindungen haben die Mitglieder der Ebdar noch heute die Möglichkeit, die Interessen des Staates zu schädigen.

Unter den Mitgliedern der Ebdar wurden ein Parteigenosse sowie 2 SS Unterscharführer festgestellt.

Ein Prinz Heinrich von Schaumburg Lippe, angeblich der Bruder des Adjutanten von Dr. Goebbels, war unter dem Namen -Bruder Constantin- Logenmitglied der Ebdar.

Der Runderlass d. Reichs- und Preussischen Ministerium des Innern vom 7 Dezember 1936 - II SB 6190/4785 lautete (Politisches Archiv, Auswärtiges Amt in Berlin):

Zu den Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen im Sinne des Runderlasses vom 2 September 1936-II S.B. 6190/4008 (RMBLiV S, 1186) gehören die nachstehend genannten Vereinigungen.

A.Freimaurerlogen B.Freimaurerlogenähnlichen Organisationen

...13. Ebdar (Ermächtigte Bruderschaft der alten Riten), Orden vom heiligen Gral im Orient von Patmos-Oranisation BoYin Ra`s.”

Wer trieb die Ermitlungen gegen EBDAR und Ihre Mitglieder auch voran ? Blatt 24 der Akte aus R 58, 6154 gibt Aufschluss:

Lugano, den 15 Juli 1936 (keine drei Monate nach Adolfs Tod, d.Verf.)




Sehr verehrter Pg Prinz Schaumburg !

Herzlichen Dank für Ihren freundlichen Brief und die beigefügte Fotografie.
Ganz besonders danke ich Ihnen für Ihr mir zugedachtes Buch “Deutsche Sozialisten am Werk”, welches ich, sobald es mir die Zeit erlaubt, mit grossem Interesse lesen werde. Wir werden in der nächsten Zeit Manchem, dem wir Ihr Werk in Ihrem Namen übergeben, eine grosse Freude bereiten.

In Sachen Bo Yin Ra sende ich Ihnen nun vorerst in der Anlage Abschrift eines Schreibens, welches uns Schneiderfranken seinerzeit für unsere Akten überlassen hat. Es ist sehr schwer, auch nur von zweiter Seite hier etwas über ihn zu erfahren, da er vollkommen zurückgezogen lebt. Sobald ich habe feststellen können, ob er hier in Lugano Verkehr hat, habe ich Anhaltspunkte. Trotz aller Bemühungen ist mir das aber bis heute noch nicht gelungen. Sie dürfen versichert sein, dass ich die Angelegenheit immer im Auge behalten werde. Die beigefügte Abschrift bitte ich gut aufzubewahren, falls sie hier noch gebraucht werden sollte.- Ich hoffe, Ihnen bald Weiteres berichten zu können.

Mit herzlichen Grüssen und Heil Hitler

Ihr Franz Lang Handschritlicher Vermerk oben links:

Herrn Major Nettery

z. Kntn. und weiteren Veranlassung Unten links:

Herr Schneiderfranken müsste einmal aufgefordert werden die früheren Mitglieder der EBDAR namentlich zu benennen. Am besten durch Dr. Hasselbacher*

(*Chef der Gestapo und d e r Freimaurersachverständige, siehe den seitenlangen Bericht in: Der Blitz Kampfblatt für deutsche Aktion vom 16.Mai 1937, dort: Friedrich Haselbacher: die Christian Science. Eine freimaurerische Vorhofgemeinde).

Haselbacher kam am 1.1.1934 ins Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa). Er arbeitete im Dezernat II F unter Regierungsrat Wilhelm Mäurer. Dort übernahm er das Referat II F 2, das laut GVP des Gestapa vom 22 Januar 1934 für "Juden. Emigranten und Freimauer" zuständig war.











Friedrich Haselbacher wurde 1935 von Reinhard Heydrich befördert. 1936 wurde er Leiter des Dezernats II B im Gestapa, das für die Kirche, Juden, Freimaurer und Emigranten zuständig war. Seine Amtsbezeichnung lautete: Dienststellenleiter im Gestapa und Referent beim Chef der Deutschen Polizei für Juden-, Emigranten und Kirchensachen.

Friedrich Christian, Adjutant von Goebbels liess die Gestapo gegen EBDAR ermitteln, wissend dass sein Bruder Heinrich dazugehörte. Das war ein Teil des Kampfes gegen die Freimaurerei, mit dem Wolrad seine Rückdatierung bewirken wollte. Wolrad und Friedrich Christian wussten genau, dass sich Heydrich mit EBDAR befassen würde. Sie wussten, dass Heinrichs Position sehr geschwächt wurde. Das Gestapa hatte ein Jahr zuvor gegen Adolf ermittelt.

Der Name Schaumburg Lippe war in der Prinz Albrecht Strasse 8, bei der Gestapo und Gestapa, ein bekannter Name, der gleichzeitig für Täter wie für Opfer stand. Heinrich und Adolf waren bekannt. Sie wurden geschwächt, die Täter gestärkt. Wer gegen die eigene Familie denunzierte, bewies besondere Führertreue oder auch “Liebe zum Führer” und damit leistete er Dienste für die “Bewegung”..

Heinrich schrieb in seinTagebuch am 16 Mai 1945:

Die grösste Gefahr bedeutete für mich mein jüngster Bruder, der mich alleine 2 x anzeigte, resp. die Partei vor mir warnte. Man kann sich vorstellen, wie dies meine Position erschwerte. Es war schwer die Zeit lebend zu überstehen, ausser unter Gottes gnädigem Schutz, sonst wäre es nie aus eigener Kraft gelungen. Der Segen von Lugano lag auf mir und den Meinigen—-Bo Yin Ra ́s Segen. Das ist das grosse Geheimnis dieses wunderbaren Geschehens. Nach menschlichem Ermessen war mir keine Chance gegeben.

Sein weiterer Bruder setzte sich von Heinrich ab:

Stephan schrieb am 15 Februar 1937 von der Deutschen Botschaft in Rom an Herrn Prüfer, mit Durchschlag an Reichsführer SS und Gauleiter Bohle:
Zufolge eines Erlasses des Auswärtigen Amts habe ich ersehen, dass die EBDAR, Organisation Bo Yin Ras, als eine “freimaurerlogenähnliche Organisation” betrachtet wird.

Ich melde daher pflichtgemäss, dass ich s. Zt. im Herbst des Jahres 1925 dieser Organisation beigetreten war und im Frühling 1926 wieder ausgetreten bin. Damals hatte diese Organisation mit Politik nicht das Geringste zu tun und befasste sich lediglich mit der Erforschung geistiger und seelischer Dinge, sowie deren Zusammenhänge. Irgendein auch nur loser Zusammenhang mit Freimaurerlogen bestand meines Wissens nicht, im Gegenteil wurde der zersetzende Einfluss der Freimaurerei durchaus erkannt und verurteilt. Mein Austritt erfolgte aus eigener Initiative, weil mir die Organisation nicht zusagte.

Ich habe meine frühere Mitgliedschaft bislang nicht angegeben, weil ich mir eines Zusammenhangs dieser Organisation mit Freimaurerlogen nicht bewusst war,

Heil Hitler

Gez. Prinz zu Schaumburg-Lippe

Gleiche Meldung ergeht an: Reichsführer SS und Gauleiter Bohle

Aus Stephans Personalakte Bl. VI013087 Rep IV Nr. 1092 Politisches Archiv des AA in Berlin:

Sehr verehrter Herr Prüfer,

Gnadenerlass Bouhler

Fragebogen Spalte 13 Stephan Februar März 1938 Gnadenerlass Zentraleinlaufamt NSDAP
Gnadenerlass Mitgliedschaft zur Freimaurerloge Der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP Berlin, den 24 Februar 1938

Auf Grund der mir vom Führer mit Erlass vom 27 Juni 1937 erteilten Ermächtigung habe ich auf dem Gnadenwege entschieden, dass Sie trotz frührer Zugehörigkeit zu einer logenähnlichen Organisation (EBDAR, inspiriert von Josef Schneiderfranken = Bô Yin Râ; „Ermächtigte Bruderschaft der Alten Riten“) weiterhin Parteiämter bekleiden können.

Reichsleiter Unterschrieben Bouhler*

An den Parteigenossen Stephan Prinz zu Schaumburg-Lippe Rom

(*Philipp Bouhler Reichsleiter in der Kanzlei des Führers, hauptverantwortlich für das Euthanasieprogramm, d.Verf)

Ein weiteres Dokument (Bundesarchiv Findbuch PK Film Nr. 226) lautete:

Der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP Berlin W 8, den 24 Februar 1939
Vosstrasse 1
Fernruf 12 20 54
Stempel: Eingegangen 4 März 1938 Reichsleitung der NSDAP Zentraleinlaufamt
III a- 102012

An den Herrn Reichschatzmeister der NSDAP München
Betr. Gnadensache. Pg. Prinz zu Schaumburg Lippe, Rom (handschriftlicher Vermerk: ohne Vorname, Stephan). Mitglied.- Nr. 309.344

Ihr Zeichen: o.V.

Im Auftrage des Chefs der Kanzlei des Führers der NSDAP, Herrn Reichsleiter Bouhler, überreiche ich Ihnen in der Anlage Fotokopie der in obiger Gnadensache getroffenen Entscheidung zur Kenntnisnahme.

Heil Hitler ! I.A. Reichsamtleiter

Gesamtverzeichnis der Schriften von Bo Yin Ra


http://www.kober-verlag.ch/pdf/kober-verlag-gesamtverz.pdf

http://verbrannte-und-verbannte.de/list

Dr. Oswald Meyer-Housselle kehrte 1945 nach Berlin Spandau zurück.

Im amtlichen Fernsprechverzeichnis fand ich diesen Eintrag:

Dr. Oswald Meyer-Housselle Spandau 
Falkenhagener Str 33
Fernsprechnummer 37 97 10

In der Pubikation "Jüdische Kinderärzte" von Seidler (2007, S. 177) ist zu lesen, er sei 1962 in Berlin verstorben.


Bo Yin Ra Bücher von Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe


Vier Prinzen Bücher erhältlich bei:


ISBN-13: 978-8460985235 

ISBN-13: 978-8461554508 ISBN 978-3-932313-90-5




Dienstag, 21. Juni 2016

Der hundertste Beitrag: Rezension von Dr. Friedrich Winterhager


Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe: „Wiedergutmachung muss sein …“ Tagebuch 1938 / 1945 – 1947. Herausgegeben von Alexander vom Hofe. [Bearbeitet von Werner Lehfeldt.] Göttingen (MatrixMedia Verlag) 2016, m. Abb.; geb. 263 Seiten. 24,90 €

Es handelt sich hier um das Tagebuch des Offiziers Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe (1894-1952), dem das Prädikat „Hochfürstliche Durchlaucht“ zumindest bis 1918 zustand. Im Niederdeutschen wurde er mit „Durchlauchten“ angeredet. - Er war der fünfte von sechs Söhnen des regierenden Fürsten Georg v. Schaumburg-Lippe, der bis 1911 regierte. Prinz Heinrichs ältester Bruder, Fürst Adolf II., war 1936 in Mexiko tödlich mit dem Flugzeug verunglückt. Ein zweitältester Bruder Moritz war bereits verstorben. Nun war der drittälteste Bruder, Prinz Wolrad, lange Zeit Chef des Gesamthauses. Der vierte Bruder, Prinz Stephan, war Diplomat. - Dazwischen steht dann unser Autor als fünfter Bruder. - Der jüngste Bruder, Prinz Friedrich Christian, war Ministerialrat im sog. Propaganda-Ministerium gewesen. Es gab auch zwei Schwestern, von denen eine als Kind und die andere als junge Frau verstorben sind.

Prinz Heinrich war verheiratet mit Erika Gräfin von Hardenberg. Mit ihr hatte er eine Tochter Dagmar, die später den  Kaufmann Christoph Kalau vom Hofe heiratete. Deren Sohn, der in Madrid lebende Alexander vom Hofe, ist nun Herausgeber dieses Buches und hat dazu ein wertvolles Vorwort beigesteuert.

Da der erste Teil des Tagebuches fast ausschließlich mit jagdlichen Themen ausgefüllt ist, hat man hier nun den zweiten Teil von 1938 und 1945 - 1947 publiziert.

Heinrich zu S. - L. wohnte damals in Nebengebäuden des Bückeburger Schlosses. An den Geschäften der Hofverwaltungen hatte er zu seinem Leidwesen als nachgeborener Prinz keinen Anteil. Er hat eine Kadettenausbildung in Berlin-Lichterfelde durchlaufen und legte dabei das Abitur ab. Am Ersten Weltkrieg nahm er als aktiver Offizier teil. Er war dann auch Freimaurer - oder zumindest Mitglied einer dem Freimaurertum ähnlichen Loge - und gehörte zum Kreis um den esoterischen Schriftsteller Joseph Schneiderfranken (Bo Yin Ra). Dieser hatte ihm geraten, von der Politik fernzubleiben. Außer etwas Landwirtschaft und Viehzucht ging Heinrich zu S. - L.  eigentlich keiner geregelten Tätigkeit nach. - Im Zweiten Weltkrieg reaktiviert, leistete er als Hauptmann des Heeres  1939-1940 Dienst im Westen (Sicherungs-Truppenteil) und wurde dann wie die meisten Prinzen zur Disposition gestellt.

Er schilderte in seinem Tagebuch die Eindrücke durch die äußeren Ereignisse: Autobahnbau, militärische Aufrüstung, die Sudetenkrise, das Münchener Abkommen, den Weg in den Krieg, die wechselvollen Kriegsereignisse, die eindeutige deutsche Niederlage. Dann folgen die Besetzung durch die Amerikaner, manche marodierende Polen, das inkonsequente britische Besatzungsregime und die Sorge um die Nahrung und Heizung und um den Erhalt der natürlichen Ressourcen im  kleinen Land Schaumburg-Lippe. Es existierte staatsrechtlich bis zum November 1946.

Er polemisierte gegen den etwas farblosen älteren Bruder Fürst Wolrad. (Der Fürstentitel stand ihm nur aus Höflichkeit, nicht gemäß dem Namensrecht zu.) Er lasse sich brieflich mit „gnädigster Fürst und Herr“ anreden und trage doch das Braunhemd der SA. Auch bei einer staatlichen Trauerfeier für einen Diplomaten im Bückeburger Schloss trug Wolrad gewissermaßen als Hausherr ein solches Braunhemd.  Er (W.) durfte nach 1945 seinen Wohnort für zwei Jahre nicht verlassen. – Heinrichs Hoffnung, ihn als Chef des Hauses nach 1945 ablösen zu können, erfüllte sich dann aber auch nicht.

In diesem Tagebuch denkt der Verfasser viel über die inneren Grundlagen einer jeden staatlichen Gemeinschaft nach und verwarf das Massen- oder Führerprinzip. - Zur Tarnung musste er in den Zeiten des NS-Regimes auch dementsprechende angepasste Passagen einbauen, wie er später einräumte oder es sich zurechtlegte, aber seine Gegnerschaft zu den braunen Machthabern und sein Hinneigen zum monarchischen Gedanken und zum entschiedenen Christentum wird hier schon ziemlich deutlich. Später im Text lobte er die innere Haltung der vertriebenen und enteigneten ostelbischen Gutsbesitzer, die unter Zurücklassung ihrer Habe nach Westen geflohen waren und doch nicht verzagten. – Er lernte nach dem Zusammenbruch des deutschen Staates auch die Eigensucht und Wehleidigkeit der Menschen im Zeichen des Hungers und der Kälte (in der britischen Zone) kennen. Auch er selbst wirkt in diesem Buch manchmal etwas eigensüchtig. – Zu dem damaligen Vorsitzenden der Regierung dieses kleinen Landes Schaumburg-Lippe, Heinrich Bövers, hatte er dann ein recht gutes Verhältnis.  – Etwas überzogen ist im Allgemeinen sein Lob der wirtschaftlichen Privatinitiative im Kontrast zur Sozialgesetzgebung. Seine Ablehnung des gesetzlichen Achtstundentages wirkte dann schon etwas obsolet. Zuzustimmen ist ihm, wenn er staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme nur als erste Übergangsmaßnamen ansieht.

Er befürwortete dann auch sehr den Gedanken der Vereinigten Staaten von Europa und trat zugleich für den Erhalt der föderalen deutschen Einzelstaaten ein.

Als altgedienter Waidmann war er darüber verstimmt, dass die Besatzungssoldaten und befreite Ausländer wahllos das Wild in den Wäldern erlegten und das geschossene oder verletzte Wild nicht einsammelten oder ihm nachgingen. Er warf ihnen auch die Verschiebung von Tafelsilber und  den unkorrekten Umgang mit seinen Möbeln vor. – Seinem älteren Bruder nahm er es etwas übel, dass dieser seinen Sohn, der auf Urlaub im Raum Bückeburg weilte, beim Herannahen westlicher Truppen (Amerikaner) zur Rückkehr zu seiner Wehrmacht-Truppe überredete. So ist Erbprinz Georg-Wilhelm dann Ende April 1945 bei Meißen (Sachsen) gefallen.

Prinz Heinrich erlebte das Kriegsende als Volkssturm-Mann in Bückeburg. Seine Familie hatte er zunächst im Jagdschloss Baum bei Bückeburg untergebracht, dann in einer Försterei Rusbend. – Mit den amerikanischen und britischen Offizieren und einem amerikanischen Militärjuristen hat er dann gute oder durchwachsen-mittelmäßige Erfahrungen gemacht. Er berichtete danach auch von einem Besuch des in Mitteldeutschland lebenden liberalen Juristen Dr. Wilhelm Külz, der 1926 Reichsinnenminister und noch früher Oberbürgermeister von Bückeburg gewesen war.

Es handelt sich um das Werk eines begabten, christlich-konservativen (evangelisch-reformierten) Aristokraten, der vom Fronterlebnis des Ersten Weltkriegs mitgeprägt war. Er schildert anschaulich die Abläufe in  der Fürstendynastie Schaumburg-Lippe einschließlich der Nebenlinie Nachod (Böhmen). Es ist eine Mischung von Weltschmerz und Realismus, weniger von tätigem Mitwirken an den Ereignissen. - Lesenswert ist das anregende Werk durchaus.

Es ist ein Namensverzeichnis des Hauses Schaumburg-Lippe, ein allgemeines Namensverzeichnis und ein Anmerkungsteil dem Text angefügt - sowie auch eine Stammtafel des ehemaligen fürstlichen Hauses Schaumburg-Lippe. Den Anmerkungsteil erstellte Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Lehfeldt.


Friedrich Winterhager


Friedrich Winterhager
zur Person Dr. Friedrich Winterhager


ISBN-13: 978-8460985235 

ISBN-13: 978-8461554508 ISBN 978-3-932313-90-5

Montag, 20. Juni 2016

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe und der Brexit

Er wäre gegen den Brexit

Eintragung vom 5 Mai 1945

Mir schweben als Wunschtraum die Vereinigten Staaten von Europa unter englischer Führung vor als einzige Lösung.  Je freiwilliger die Gründung Paneuropas vor sich geht, um so reibungsloser dürfte sich die weitere Entwicklung gestalten und die gegenseitige Atmosphäre  von Hass und Antipathie beseitigt werden können. Und das ist enorm wichtig. Die Umstellung Deutschlands auf Paneuropa wird in mancher Beziehung leichter sein als in den anderen Staaten, da man sich bei dem notwendigen Aufbau gleich hierauf einstellen kann.

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe




Samstag, 18. Juni 2016

Dr. Klaus Graf bespricht Tagebuch von Heinrich Prinz zu Schaumburg - Lippe nicht

Dr. Klaus Graf bespricht bei archivalia das Tagebuch nicht, trotz Anschein.

http://archivalia.hypotheses.org/57288.

Interessant, dass sich circa 69 % der Rezension mit dem auseinandersetzt, was in der Publikation Tagebuch NICHT enthalten ist, nämlich mit dem jagdlichen Teil.

Es gehört zur Wissenschaftsfreiheit das herausgeben zu können was beliebt.

Für den Inhalt des Tagebuchs selbst benötigt Herr Dr. Graf 30 % seines Rezensionstextes. Diese 30 % sind eigentlich eine Kopie der Rezension von Herrn Winterhager, die im Adelsblatt publiziert wurde, Blatt das Herr Dr. Graf NICHT liest. Auch das gehört zur Wissenschaftsfreiheit, etwas nicht zu lesen.

Dass ein vor 70 Jahren verstorbener Tagebuchautor dem Rezensenten nicht sympathisch ist sollte zumindest andeutungsweise begründet werden, Sympathiebekundungen oder Bekundung von Antipathie gehören in den subjektiven Bereich und sollten nur dann eine Rolle spielen, wenn diese Aspekte eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Text ermöglichen. Hier bleibt es bei einer Plattitüde.

Rezensionen hier.

Dennoch danke ich für die "Besprechung".




Dr. Klaus Graf
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/Klausgraf_2012_cutted.jpg